Entstehung

Gründung der Wendyrayna Secondary School in Iringa, Tansania

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Die Wendyrayna Secondary School wurde in Iringa, Tansania, gegründet, um benachteiligten Kindern,  insbesondere Mädchen aus schwierigen sozialen Verhältnissen, den Zugang zu Sekundarschulbildung zu ermöglichen. In vielen Gemeinden in Iringa und Tansania insgesamt zwingt die Armut Familien dazu, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen, weil die Ressourcen knapp sind. Wenn Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Gesundheitsversorgung Vorrang haben, wird Bildung oft unerschwinglich und leider zwangsweise zurückgestellt.
Die Kosten für die Sekundarschulbildung, einschließlich Schulgebühren, Uniformen, Schreibwaren und anderen Lernmaterialien, stellen eine enorme Belastung für einkommensschwache Familien dar. Infolgedessen sind vor allem viele Mädchen gezwungen, die Schule abzubrechen und zu Hause zu bleiben, um im Haushalt zu helfen, jüngere Geschwister zu betreuen oder kleinen Tätigkeiten nachzugehen, um Geld zu verdienen und so zum Lebensunterhalt der Familien beizutragen. Diese Aufgaben nehmen ihnen die Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzusetzen und ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
Die Vision zur Gründung der Wendyrayna Secondary School wurde maßgeblich von den persönlichen Erfahrungen ihrer Gründer, Pastor Winston Hammerthon Mdegela und Dr. Sully Davidson Simkoko, geprägt, die sie während seiner Zeit als Leiter einer kirchlichen Schule in Ipalamwa sammelten.
So wurde einmal ein Waisenjunge nach Hause geschickt, weil er das Schulgeld nicht bezahlen konnte. Als der Junge zurückkam, brachte er ein Huhn im Wert von nur 1.000 Tansania-Schilling (etwa 0,34 Euro) mit – ein herzzerreißender Kontrast zu den erforderlichen Schulgebühren von etwa 750 Euro jährlich. Von Mitgefühl bewegt und in Anerkennung der Entschlossenheit des Kindes erlaubte Pastor Winston dem Jungen, seine Ausbildung ohne Zahlung der Schulgebühren fortzusetzen. Jahre später schloss derselbe Junge seine Ausbildung erfolgreich ab, studierte an der Universität und wurde schließlich Leiter einer Sekundarschule in Tansania. Diese Erfahrung zeigte eindrucksvoll, wie eine einzige Maßnahme zur Bildungsförderung nicht nur ein einzelnes Leben, sondern eine ganze Gemeinschaft verändern kann.
Ein weiteres Beispiel ist die Geschichte eines Waisenmädchens, das mit nur 12 Jahren die Verantwortung für die Betreuung ihrer beiden jüngeren Schwestern und ihres Bruders tragen musste. Obwohl sie akademisch begabt war, hatte sie keine Möglichkeit, ihre Sekundarschulausbildung fortzusetzen und lief Gefahr, die Schule endgültig abzubrechen. Pastor Winston erkannte ihr Potenzial und beschloss, sie zu unterstützen, da er davon überzeugt war, dass sie zur Stütze ihrer Familie werden könnte. Dank dieser Bildungsmöglichkeit erzielte sie hervorragende schulische Leistungen, studierte Medizin und ist nun als qualifizierte Ärztin in Tansania tätig. Ihr Erfolg ist ein Beweis dafür, wie sehr der Zugang zu Bildung das Leben verändern kann.
Jeden Tag, an dem ein Kind, insbesondere ein Mädchen, nicht zur Schule geht, steigt das Risiko für Frühehen, Teenagerschwangerschaften, häusliche Gewalt und langfristige Armut. Ohne Bildung und Qualifikationen sind die Chancen auf Beschäftigung und Selbstständigkeit stark eingeschränkt, wodurch Familien und Gemeinschaften in einem Kreislauf der Benachteiligung gefangen bleiben.
Wären diese beiden Schüler*innen zu Hause in ihrer Verzweiflung geblieben, hätte dies nicht nur ihr Leben beeinträchtigt, sondern auch der Gesellschaft wären ihre wertvollen Beiträge vorenthalten worden.
Die Wendyrayna Secondary School wurde daher gegründet, um eine sichere, unterstützende und erschwingliche Lernumgebung zu schaffen, in der benachteiligte Kinder, insbesondere Mädchen und Waisen, Zugang zu einer hochwertigen Sekundarschulbildung erhalten. Durch die Priorisierung der Bildung für benachteiligte Kinder möchte die Schule den Lernenden Selbstvertrauen, Kompetenzen, Wissen und Hoffnung vermitteln, damit sie den Kreislauf der Armut durchbrechen, ihre Familien unterstützen und einen sinnvollen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung von Iringa und Tansania insgesamt leisten können.

Blick auf das Schulgelände
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